
Ist ja eigentlich nicht wirklich so das Thema hier auf diesem Blog, aber da Pastoren viel Zeit vor dem Computer verbringen, stellt sich immer wieder auch die Frage, welcher Rechner denn zu empfehlen ist. In letzter Zeit immer öfter: Apple. Selbst mein Chef steigt jetzt auf ein MacBook um und ich habe für meine Schwester auch schon eins besorgt, auch wenn ich mich persönlich in ganz langsam Richtung Linux orientiere.
Klar, Macs funktionieren, sind in sich abgestimmte und geschlossene Systeme. Man kann zwar die Hardware nicht verändern oder erweitern, aber wer braucht das schon? Vielleicht ein paar Gamer. Die Kreativbranche zumindest nicht. Die arbeitet ja schon seit Jahrzehnten mit Macs. War ja immer so eine Standard-Kombination: du kommst in eine Werbeagentur, da stehen lauter silberne Kisten und auf denen läuft die Adobe Software - der andere Standard der Kreativbranche.
Deswegen ist es jetzt so strange, dass Apple Adobe die Freundschaft aufkündigt. Auf dem iPad läuft kein Flash. Das bedeutet, dass man kein YouTube schauen könnte (wenn es nicht eine eigene App gäbe). Aber auch sonst fehlt Flash an vielen Orten - zum Beispiel in Websiten, wenn ich das richtig verstehe. Das hat mich gewundert und auf den Sachverhalt gestoßen, den ich oben schon angedeutet habe.
Der große Vorteil von Apple, nämlich dass es ein in sich geschlossenes und funktionierendes System ist, wird jetzt, wo die Marke nicht mehr nur von ein paar Fans und Experten gekauft wird, sondern Statussymbol einer sich selbst zu Individualisten und Künstlern verklärenden Generation geworden ist (ich sag nur: Anfang 30, Umhängetasche, Chucks), zu einem großen Nachteil, der Apple auf eine Stufe stellt mit Monopolisten wie Microsoft oder Google.
Auf der persönlichen Ebene ist Bill ja schon immer sympatischer rüber gekommen als Steve, aber langsam trifft das auch auf die Unternehmen zu. iPhone nur bei bestimmten Providern. Alles läuft nur über Apps und die werden von Apple kontrolliert. So darf z.B. die Bild-Zeitung in ihrer App keine "Nagadn" drin haben. Find ich gut, aber wieso schreibt Apple das vor??? Das iPad ist die Steigerung davon. Keine Anschlüsse, keine Erweiterungsmöglichkeiten, das Ding ist eigentlich ein silbernes Gefängnis.
Und dann
les ich gestern, dass Jobs Adobe vorwirft, dass Flash nicht Open Source ist und von Adobe allein kontrolliert wird. Hallo? Da hat er wohl von sich auf andere geschlossen, oder? Wenn Steve sich nicht auf geschlossene Systeme einlässt und Angst vor Kontrolle hat, sollten wir uns dann auf seine geschlossenen Systeme einlassen? Sollten wir Angst vor seiner Kontrolle haben?
Da ist mir Linux dann doch gleich wesentlich sympatischer. Läuft zwar von Haus aus nicht so rund - besonders im medialen Bereich - dafür kann man alles dazuholen was man will und braucht. Und zwar kostenlos. Das Linux-Pendant zum iPad hat auch mit dem Namen schon einen schönen Kontrast zu Jobs Kreation gesetzt. Das WePad oder jetzt WeTab hat mir erst bewußt gemacht wie vielsagend doch das i im Pod, Pad oder Phone ist. Wie hieß es in der Spiegel Special 1/09 so schön:
Weiße Dinger, die jeder im Ohr trägt. Die sagen: Ich habe ein schönes Gerät in meiner Tasche. Es kann Musik spielen, vielleicht sogar telefonieren. Als ich es kaufte, war ich glücklich.
Linux dagegen ist Wir!