Sonntag, 5. September 2010Männer braucht das LandSeit gestern ist meine halbjährliche Kolumne in "Adventisten heute" veröffentlicht. Diesmal dreht es sich um die Situation der Christenheit und besonders meiner Freikirche im Bezug auf das Geschlechterverhältnis. Ich poste den Text auch hier, damit man Kommentare hinzufügen und diskutieren kann. Einfach auf die rote Zeile hier unten klicken: "Männer braucht das Land" vollständig lesen
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
um
14:49
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Dienstag, 3. August 2010Aufs falsche Pferd gesetzt?Besonders in Deutschland wurden wohl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewisse Tendenzen mit deutscher Gründlichkeit zu Ende geführt, was zu einer sehr einseitigen Form von Glauben und Kirche geführt hat. Nicht zuletzt deswegen wurden und werden wir hier zu lande mehr als komische Sekte gesehen und weniger als christliche Freikirche. In den USA ist das anders. Man versteht also die Bemühungen einer ganzen Generation, die Freikirche in Deutschland wieder ins Lot zu bringen und auch die dabei unvermeidliche Pendelbewegung Richtung anderes Extrem. Mit diesen Bemühungen um interne Ausgewogenheit gingen auch Versuche einher nach außen das Bild der verschrobenen Sondergruppe zu revidieren. Im Zuge dieser Anstrengungen wurden unsere Eigenheiten nach innen relativiert und nach außen betont christlich formuliert. Das ist nicht unbedingt schlecht, wenn Relativierung darin besteht, Dinge zum Zentrum des Glaubens - Jesus Christus - in Relation zu setzen und ihnen ihren Stellenwert zuzuweisen. Was ich jetzt so höre und lese, fällt mir allerdings auf, dass diese Richtung, für andere Religionen vielleicht gar nicht so verständlich oder attraktiv ist. So höre ich von Moslems, dass "kein Schweinefleisch, keine Alkohol" voll die Bringer und Türöffner sind. Wie lang haben wir uns bemüht uns abzugewöhnen uns so vorzustellen. Und wenn ich den Bestseller "Eat, Pray, Love" von Elisabeth Gilbert lese, dann sind unsere vorsichtigen Klauseln zwar für eine christliche Theologie gut, die immer noch geduckt geht wegen der Aufklärung. In esoterischen Kreisen käme allerdings ein echter Prophet besser an, als jemand, den man auf die Stufe von Luther rhetorisiert hat. Das Problem ist ja, dass ich dem Moslem nix erzählen kann, was in der Realität nicht so ist. Er könnte ja mal vorbeischauen und unsere vielen russlanddeutschen Mädls in ihren Samstags-Outfits sehen und dann ist sein Bild von Christentum=Westen=moralischer Verfall auch schon wieder bestätigt.
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
um
21:34
| Kommentare (14)
| Trackbacks (0)
Freitag, 23. Juli 2010Die Diskussionen ähneln sich
So titelt die Website domradio.de (Erzbistum Köln) ihren Bericht über die Tagung des Lutherischen Weltbunds diese Woche in Stuttgart. Es wird im folgenden Artikel nicht ganz klar, welche Diskussionen sich ähneln. Wen ich jedoch die Themen betrachte, die in diesem Zusammenhang besprochen werden (auch in der FAZ) so kann ich nicht anders als zuzustimmen: Homosexualität und Frauenordination. Beides Themen, die nicht auf der Tagesordnung stehen, aber trotzdem diskutiert werden. Erinnert mich stark an die Vollversammlung der Adventisten vor wenigen Wochen in Atlanta. Die Diskussionen ähneln sich.
Auch dort standen diese Themen nicht auf der Tagesordnung, waren aber doch im Gespräch, wurden eingebracht und sorgten für Diskussion - wenn auch auf einer anderen Ebene als beim LWB. Auch die Frage des Einflusses der Afrikanischen Christen spielte in diesem Zusammenhang in Atlanta eine ähnliche Rolle wie in Stuttgart. Fand ich interessant. Ich dachte (und hab das ja auch kürzlich geschrieben), dass die Frauenordination bei den Lutheranern abgehakt wäre. Aber eigentlich ist es nur logisch, dass es hier die gleichen kulturellen Spannungen gibt.
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
um
17:01
| Kommentar (1)
| Trackbacks (0)
Dienstag, 13. Juli 2010Frauen an den Herd Vor gut einer Woche ging die weltweite Vollversammlung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu Ende. Eines der Themen, die eigentlich eben keine Themen waren betraf die Zulassung weiblicher Pastoren - also Pastorinnen. Ich hab von der offiziellen Lage nicht wirklich Ahnung. Ich möchte nur kurz was zu einem Widerspruch sagen, der mir in diversen Blogs aufgefallen ist. Vorneweg: ich bin mit einer Pastorin verheiratet voll für Gleichberechtigung und Frauenordination.Zunächst als Hintergrund für alle die nicht wissen worum es geht. Die meisten protestantischen Kirchen haben Pastorinnen. Die katholischen und orthodoxen Kirchen nicht. Meine Freikirche gehört zu den Protestanten, lässt aber trotzdem offiziell keine Pastorinnen zu, weil wir nicht so katholisch sind wie die anderen Protestanten. Will heißen, wie sind nicht hierarchisch von oben nach unten strukturiert, sondern demokratisch von unten nach oben - und zwar weltweit. Das bedeutet praktisch, dass bei uns die vielen Gläubigen aus anderen Kulturen, in denen die Stellung der Frau noch nicht so ist wie bei uns, die wenigen westlichen Gläubigen immer locker überstimmen. Deswegen also offiziell keine Frauenordination in der STA. Worum es mir geht ist folgendes: Es gibt in Deutschland Pastorinnen. Sie sind ihren männlichen Kollegen (zumindest theoretisch) völlig gleichgestellt. Diese Gleichstellung gilt jedoch nicht auf der ganzen Welt. Das ist der einzige Unterschied zu Pastoren: diese können auf der ganzen Welt arbeiten. Worum geht es uns also, wenn wir uns beschweren, dass die Frauenordination wieder nicht beschlossen wurde? Geht es um eine Veränderung des Zustandes hier bei uns? Was würde sich verändern? Oder geht es um eine Veränderung des Zustandes in anderen Gebieten der Welt? Wenn das die Motivation ist, dann sehe ich das sehr skeptisch. Zum einen kann Veränderung eben nicht von oben nach unten verordnet werden. Ein Beschluß der Vollversammlung interessiert die Leute, die Arbeitsverträge in Südamerika oder Afrika vergeben herzlich wenig. Zum zweiten ist das ganze eine kulturelle Frage. Und da finde ich steht uns nicht zu unsere Kultur anderen überzustülpen. Warum wollen wir unbedingt unsere Sicht der Dinge weltweit durchsetzen? Mancher wird antworten: ja, aber die machen es im Moment ja auch bei uns!Naja. Erstens sind sie halt die Mehrheit. Ist für uns aus der 1. Welt vielleicht mal ganz heilsam zu merken wie das ist, wenn man mal nicht das sagen hat. Und zweitens: machen sie es wirklich? Gerade habe ich gesagt, das geht gar nicht und die Praxis bei uns zeigt das ja auch. Wir lassen uns von einer anderen Kultur ja auch nicht sagen, wie wir es zu machen haben. Warum also wollen wir unbedingt versuchen es ihnen zu sagen? Es ist doch so: innerhalb der westliche Kultur werden Frauen kein Problem haben als Pastorinnen. Und in der Praxis haben westliche Frauen selbst in der zweiten oder dritten Welt nicht immer Probleme - ich kenne eine Theologie Dozentin auf den Philippinen. Eine Frau aus einer anderen Kultur hätte in dieser anderen Kultur auch mit Beschluss der Vollversammlung ein Problem. Von daher finde ich das Gejammer über den fehlenden Tagesordnungspunkt Frauenordination überflüssig. Wenn, dann sollte die Weltversammlung beschließen, dass das in jedem Kulturkreis entsprechend gelöst werden kann - da wären wir glaube ich bei einer viel spannenderen Frage. Darüber hinaus sollten wir für die faktische Gleichberechtigung kämpfen, nicht die auf dem Papier! Oder wie seht ihr das?
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
um
15:37
| Kommentare (17)
| Trackbacks (0)
Donnerstag, 1. Juli 2010Sabbat Vor einigen Wochen kam ich am Samstag in eine der größeren Adventgemeinden in Deutschland und nahm dort an einem Gesprächskreis über das Thema Sabbat teil. Zumindest war das die Überschrift. Inhaltlich ging es dann um das Thema Burn-Out. Es war ein durchaus intelligentes Gespräch, lauter gebildete Leute, hab viele interessante Einsichten bekommen. Trotzdem war es im Grunde eine Themaverfehlung.Das Interessante war, dass anscheinend niemand außer mir das so gesehen hat. Jeder, der Erfahrung mit den Bibelgesprächen in adventistischen Gottesdiensten hat, weiß, dass Themaverfehlungen nichts außergewöhnliches sind. Und im Grunde bin ich sogar ein Beführworter von Themaverfehlungen, solange sie im Rahmen bleiben, sprich einen geistlichen Bezug haben. Alle mal besser, als ein gerade in Gang kommendes Gespräch abzuwürgen um "zum Dienstag zu kommen" (Insider ...). In diesem Fall war es aber anders. Das Gespräch entfaltete sich wunderbar über 30 Minuten lang und niemand schien das Gefühl zu haben, nicht genau über das Thema zu sprechen. Und ich wage zu behaupten, dass an diesem Sabbat in vielen vielen anderen Gesprächskreisen das gleiche Phänomen auftrat. Dahinter liegt, so wurde mir während des Zuhörens und auch beim nach Hause fahren bewußt, ein grundsätzliches Mißverständnis in der adventistischen Sabbattheologie. Man könnte es einen antropozentrischen Zugang zum Sabbat nennen. Aber nur wenn man - so wie ich - gern gebildet klingen will. Denn eigentlich ist nicht der Mensch im Zentrum dieses falschen Sabbatverständnisses, sondern die Ruhe. Die falsch verstandene Ruhe. Gerechtfertigt wird das ganze dann aber mit dem Satz Jesu: "Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen." Historisch ist das auch ein Stück weit nachvollziehbar. Vor ein oder zwei Generationen war der Sabbat wohl wirklich noch bestimmt von Regeln. Davon hat man sich befreit und rausgekommen ist die "Mach mal Pause" Theologie. Der Sabbat wird als ein göttliches Rezept gegen Stress gesehen und verkauft. Als geniale Einrichtung des Schöpfers, um den Menschen vor dem ausbrennen zu bewahren. Das führt dann soweit, dass - wie an dem oben erwähnten Samstag zu hören - Leute sich im Namen der Sabbatheiligung von allen Aufgaben im Gottesdienst oder in der Gemeinde zurück ziehen. Um auch wirklich Ruhe zu haben. Abraham Heschel schreibt in seinem Buch "Der Schabbat" (das übrigens jeder Mensch gelesen haben sollte), dass diese Sicht auf Philo von Alexandrien zurück geht. Er erklärte den Römern, die die Juden für faul hielten, weil sie einen Tag in der Woche ruhten, dass dieser Tag dazu da wäre, um die restlichen Tage der Woche noch besser und effektiver arbeiten zu können. Genau das, was wir heute vertreten. Heschels trockener Kommentar: "Hier wird der Sabbat nicht im Sinne der Bibel verstanden." Damals, in der Gesprächsrunde, konnte ich das nicht so klar formulieren, aber ich habe schon gesagt, dass es doch nicht Sinn des Sabbats sein kann, den Rest der Woche genauso zu hetzen und zu rackern wie der Rest der Menschheit. Wenn der Sabbat wirklich eine Erinnerung an die Schöpfung ist, daran, dass die Dinge gut und fertig sind, weil Gott sie gemacht hat, nicht weil wir uns abmühen, dann sollte sich das doch auf den Rest der Woche auswirken und nicht der Rest der Woche auf den Sabbat. Ich glaube mich hat keiner verstanden, weil wir eben unsere Sabbattheologie auf "Mach mal Pause" reduziert haben. Heschel sagt: Der Sabbat ist Höhepunkt, nicht Intermezzo. Die Woche ist für den Sabbat da, nicht der Sabbat für die Woche. Der Sabbat ist eben vielmehr als eine Weitsichtige Anti-Stress-Maßnahme. Gott hat nicht geruht, weil er fix und fertig war. Und auch wir sollten es nicht deswegen tun. Vielmehr sollten wir so leben, als wüßten wir, dass es nicht darauf ankommt sich wie blöd abzurackern. Leben und Gelingen kommen von Gott und er sorgt für uns.Ich glaube auch, dass das "Mach mal Pause" Argument in unserer Zeit immer weniger zieht. Mag in der Moderne interessant gewesen sein, eine logisch-rationale Begründung für den Sabbat liefern zu können. Heutzutage brauchen wir eine spirituelle Begründung. Deswegen glaube ich, ist es Zeit mit der Verkürzung des siebten Tages aufzuhören. Jesus sagt zwar, dass der Sabbat für den Menschen geschaffen wurde. Man könnte aber, unter einem anderen Blickwinkel genauso sagen, dass der Mensch für den Sabbat geschaffen wurde. Für die Gemeinschaft mit Gott, für die Menucha. Denkt daran, wenn heute Abend die Sonne untergeht.
Geschrieben von Sven Fockner
in Gott, Siebenten-Tags Adventisten
um
21:26
| Kommentare (3)
| Trackbacks (0)
Donnerstag, 6. Mai 2010Adventistische Zahlen Für eine Predigt hab ich mir letzte Woche die Mühe gemacht mal auf der Statistikseite der GK die deutschen Zahlen zu untersuchen. Wenn ich schon die Zeit investiert habe, dann kann ich auch gleich andere dran teilhaben lassen, oder? Vor allem weil ich die ganzen Details aus Zeitgründen aus der Predigt gestrichen habe.Also im SDV sind wir 2008 (für 2009 liegen noch keine detaillierten Zahlen vor) von 15344 auf 15350 gewachsen. Also ein Plus von sechs Mitgliedern. Untersucht man diese Zahl näher, dann sieht man auf der "Einnahmenseite" 231 Taufen und 48 Aufnahmen, also 279 neue Mitglieder. Dem gegenüber stehen 201 Todesfälle und 100 Austritte, also 301 verlorene Mitglieder. Die Kopfrechner unter euch merken sofort, dass diese beiden Zahlen kein Plus von sechs Leuten, sondern ein Minus von 22 ergeben. Die Lösung für das Endergebnis liegt in den Im- und Exporten, also dem Transfer von getauften Adventisten aus anderen Gebieten in den Süddeutschen Verband. Insgesamt hatten wir einen Zuzug von 624 Mitgliedern und 570 sind weggezogen. Das gibt einen Nettozuzug von 54 Mitgliedern. Zieht man davon den Verlust von oben ab (-22) käme man auf ein Wachstum von 32 Mitgliedern. So müßte es nach den vorliegenden Zahlen auch sein, da aber die Gesamtsumme am Ende eben 15350 war, mußte man in der Spalte "Adjust" ein Minus von 26 eintragen, damit es wieder passt. Das macht zweierlei deutlich: Erstens, das "Wachstum" bestand im SDV nur aus Import. Zieht man ihn ab ergibt sich ein Nettowachstum oder Fremdwachstum von -48. Das nennt man wohl Minuswachstum ... Zweitens, die Zahlen sind unbefriedigend, weil offensichtlich irgendwo ein Fehler gemacht wurde und man nicht weiß wo. Die Abweichungen könnten theoretisch sogar größer sein. Ich weiß nicht, ob es nicht auch möglich wäre, dass die Endzahl falsch ist? Hm ... Alle bisher erwähnten Zahlen sind hier einzusehen. Anyway. Bricht man diese Zahlen auf die Vereinigungen herunter, ergibt sich folgendes Bild: Das größte "Wachstum" hatte 2008 die Mittelrheinische Vereinigung, die am Ende um 46 Mitglieder mehr zählte. Allerdings ist darin ein Zuzug von 62 Mitgliedern enthalten. Zieht man den ab, bleibt ein Minus von 18 Mitgliedern. Erstaunlich, dass man auch hier wieder das Ergebnis um -23 anpassen muß. Würde mich echt interessieren, wie solche Abweichungen entstehen. Baden Württemberg "wächst" 2008 um 5 Mitglieder, verliert allerdings im Transfergeschäft 6 Leute, was ein Nettowachstum von +11 ergibt. Die Anpassung ist auch hier notwendig und beläuft sich auf -3. Im Jahr 2008 war Bayern ja noch geteilt - zumindest im adventistischen Kontext. Nordbayern hatte am Ende des Jahres acht Mitglieder weniger, wovon allerdings vier auf einen Transferverlust zurück zu führen sind. Das Nettowachstum liegt also bei -4. Der Süden Bayerns liegt mit 37 Mitgliedern weniger für 2008 am deutlichsten im Minus. Dazu kommt ein Transferüberschuß von zwei Leuten, so dass das Nettowachstum bei -39 liegt. Allerdings muß man den Bayern zugute halten, dass sie keinerlei Korrekturen brauchen um ihre Zahlen den tatsächliche Mitgliederzahl anzupassen! Was macht man daraus? Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass die Freikirche Deutschland nicht rockt. Wir dümpeln so vor uns hin. Nimmt man den NDV dazu, der mit Ostdeutschland wohl ganz deutlich das spirituell härtere Pflaster hat und der außerdem durch Wegzug in den wirtschaftlich stärkeren Süden verliert (auch der Zuzug aus Osteuropa ist dort geringer), dann haben wir im gesamten Land am Ende des Jahre 2008 274 Mitglieder weniger als am Anfang. Geht das so weiter, gibt es in 140 Jahren bei uns keine Adventisten mehr. Maranatha!
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
um
11:34
| Kommentare (5)
| Trackbacks (0)
Mittwoch, 28. April 2010Adventisten und Umwelt
Zum "Earth Day" kam nicht nur die Avatar-DVD heraus, sondern auch ein neues Video auf dem offiziellen YouTube Kanal der Freikirche. Allan Handysides - eigentlich eher bekannt aus der medizinischen Frage und Antwort Kolumne von "Adventist World" - hatte in eben dieser Zeitschrift vor kurzem einen Artikel über das Problem von Kunststoffverpackungen geschrieben. Jetzt bringt er das Thema in bewegten Bildern rüber. Hoffe es erreicht dadurch noch mehr Leute!
Das Adventisten - auch wenn sie ohne CO2-Ausgleich zur GK fliegen - zumindest offiziell der Schöpfung gegenüber nicht gleichgültig sind, hat schon Jan Paulsen vor einigen Monaten mit diesem Video deutlich gemacht:
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten, Umwelt
um
14:47
| Kommentare (2)
| Trackbacks (0)
Sonntag, 18. April 2010Warum es sich lohnt, Pfadi zu sein
Wahrscheinlich habt ihr es schon mitbekommen, aber Pfadfinder aus Bensberg haben im Wald einen echten Schatz gefunden. Also einen der nicht vorher versteckt wurde. Also schon vorher versteckt, aber nicht vom Pfadileiter. Der war bestimmt erstmal stinksauer, weil natürlich dann keiner mehr seine Schokolade aus der Fichte geangelt hat ...
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
um
11:38
| Kommentar (1)
| Trackbacks (0)
Sonntag, 7. März 2010Äußerlich anwesende Adventisten
Die Kolumne aus dem aktuellen "Adventisten heute" (S. 7). Ein zwei Formulierungen habe ich in Absprache mit der Redaktion für die Printversion verändert. Ich poste es hier auch nochmal, um die Möglichkeit zum kommentieren und diskutieren zu geben ...
Was für eine eigenartige Erfahrung: die erste Taufe, die ich an der Andrews University erlebte. Dabei war es nicht der schnelle Ablauf (Vorhang auf – Platsch – Vorhang zu), der mich befremdete. Klar, wir Deutschen feiern die wenigen Taufen, die wir noch haben, mit einem Aufwand, der sonst höchstens bei chinesischen Olympia-Eröffnungsfeiern betrieben wird. Deswegen wirkt eine Taufe in den USA für uns etwas kühl. Allerdings erspart sich der Amerikaner die Musikbeiträge von Angehörigen, die eigentlich gar nicht singen können, aber durch den Anlass so gerührt sind, dass sie es trotzdem tun. Damit hatte ich also kein Problem. Was mir die Stirn in Falten legte, war vielmehr der Täufling. Der Prediger sagte strahlend, wie froh er sei, dass die elfjährige Olivia sich heute durch eine Wiedertaufe erneut dem Herrn weihen wolle, und ich verstand die Welt nicht mehr. Elf Jahre? Wiedertaufe? Wann wurde sie denn zum ersten mal getauft, dass sie inzwischen abgefallen ist und Buße getan hat? Und worin bestand ihre Trennung von Gott? Hat sie der Barbie ihrer Freundin den Haarreif geklaut? Elf Jahre? Wiedertaufe? Nur noch zwei Taufen, bis sie in der Pubertät ihre erste echte Glaubenskrise erlebt. Ich will nicht zynisch sein, ein Taufalter festschreiben oder gar Olivia absprechen, dass sie ein aufrichtiges Mädchen ist! Andere Länder, andere Sitten. Als Europäer ist man allerdings in Sachen „Kindertaufe“ nicht ganz so unvorbelastet wie die Amerikaner. Auf mich wirkt so etwas dann immer sehr kirchlich, im Sinne von Staatskirche. Damit meine ich eine Ritualisierung von Dingen die einmal Bedeutung und Sinn hatten. Solch eine Erstarrung in Traditionen habe ich in den zwei Großkirchen schon öfter beobachten können. Aber nicht nur dort. Wie überrascht war ich, Anzeichen der „Verkirchlichung“ innerhalb der Adventgemeinde zu bemerken! Ich meine damit nicht die Namensänderung in „Freikirche“. Ich spreche von Details in der Art, wie wir Gemeinde leben und verstehen, von Ritualen und Floskeln im Gottesdienst, die irgendwann einmal Ausdruck der Anbetung waren, jetzt aber nur noch Relikte der Vergangenheit sind, Rudimente die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben, aber dennoch weiter existieren. Zum Beispiel der Missionsbericht, den wir nur noch Absitzen um dann völlig unbedeutende Beträge in einen Korb zu legen. Rituale. Verkirchlichung. Oder das Bibelgespräch, auf das 90% derer die kommen völlig unvorbereitet sind und das zum frommen Kaffeeklatsch mutiert. Ich beobachte sogar, dass für immer mehr Adventisten, die „erste Stunde“ nicht mehr notwendiger Bestandteil ihres Gottesdienstes ist. Verkirchlichung. Oder die Schwester, die völlig perplex war, dass ein Jugendlicher Bibelstunden bekommen und getauft werden kann, der nur ein Jahr Religionsunterricht gehabt hat. Immer wieder treffe ich auch bei Jugendlichen auf das Verständnis, dass die Taufe eben irgendwann zwischen 13 und 16 ansteht, wenn man mit Reli fertig und in die Jugend aufgenommen ist. Wie Firmung oder Konfirmation. Verkirchlichung. Ich glaube, dass diese Entwicklung keine gute ist, da sie zu einer leeren, mechanischen Glaubenspraxis führen kann. Aber was brächte es, an Äußerlichkeiten zu feilen. Ob Lieder gedankenlos zu Überleitung angesagt werden oder gedankenlos zur Ehre Gottes, macht genauso wenig Unterschied, wie das Wort Gemeinschaft oder Freikirche auf unserem Siegel. Und ob man bei „Ein feste Burg“ oder bei „Here I am to worship“ nicht mitdenkt kommt auch auf’s Gleiche heraus. Am Ende komme ich immer wieder zurück zur Taufe. Denn das ist auch das Problem der Großkirchen. Warum ist die Firmung für viele eine völlig bedeutungslose Handlung? Weil sie im Herzen gar nicht zu diesem Glauben gehören. Ist das nicht der Kern der Verkirchlichung, egal in welcher Facette sie sich zeigt: Menschen, die nur äußerlich dabei sind? Haben wir solche bei uns, solche die innerlich abwesend sind, die Kirchgänger geworden sind und damit die Adventgemeinde Stück für Stück zur Kirche machen? Ich glaube schon. Ich weiß es. Ich bin einer von ihnen.
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
um
20:24
| Kommentare (22)
| Trackbacks (0)
Freitag, 12. Februar 2010Artventisten Habe gerade einen Link im sidebar hinzugefügt und wollte nochmal darauf hinweisen. Hinter Artventist verbirgt sich eine wirklich bahnbrechende Idee. Die Community bietet innerhalb der Freikirche der STA eine Plattform für Künstler. Das ist einmalig, das gabs vorher nicht, das bricht Bahn. Sind auch wirklich einige coole Sachen drauf, macht auch für Nicht-Künstler Spaß, sich dort mal ein bisschen umzuschauen! Danke an die Visionäre Dan und Manuel, die das begonnen haben und an alle die jetzt noch mitarbeiten!!!
Geschrieben von Sven Fockner
in Kunst, Medien, Siebenten-Tags Adventisten
um
16:21
| Kommentar (1)
| Trackbacks (0)
(Seite 1 von 8, insgesamt 76 Einträge)
» nächste Seite
|
Mach mit!!!blockner-SeitenKategorienSehenswerte SeitenSucheKalender
Blog abonnierenVerwaltung des Blogs |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||

Vor gut einer Woche ging die weltweite Vollversammlung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu Ende. Eines der Themen, die eigentlich eben keine Themen waren betraf die Zulassung weiblicher Pastoren - also Pastorinnen. Ich hab von der offiziellen Lage nicht wirklich Ahnung. Ich möchte nur kurz was zu einem Widerspruch sagen, der mir in diversen Blogs aufgefallen ist. Vorneweg: ich bin mit einer Pastorin verheiratet voll für Gleichberechtigung und Frauenordination.
Vor einigen Wochen kam ich am Samstag in eine der größeren Adventgemeinden in Deutschland und nahm dort an einem Gesprächskreis über das Thema Sabbat teil. Zumindest war das die Überschrift. Inhaltlich ging es dann um das Thema Burn-Out. Es war ein durchaus intelligentes Gespräch, lauter gebildete Leute, hab viele interessante Einsichten bekommen. Trotzdem war es im Grunde eine Themaverfehlung.
Heschel sagt: Der Sabbat ist Höhepunkt, nicht Intermezzo. Die Woche ist für den Sabbat da, nicht der Sabbat für die Woche. Der Sabbat ist eben vielmehr als eine Weitsichtige Anti-Stress-Maßnahme. Gott hat nicht geruht, weil er fix und fertig war. Und auch wir sollten es nicht deswegen tun. Vielmehr sollten wir so leben, als wüßten wir, dass es nicht darauf ankommt sich wie blöd abzurackern. Leben und Gelingen kommen von Gott und er sorgt für uns.
Für eine Predigt hab ich mir letzte Woche die Mühe gemacht mal auf der Statistikseite der GK die deutschen Zahlen zu untersuchen. Wenn ich schon die Zeit investiert habe, dann kann ich auch gleich andere dran teilhaben lassen, oder? Vor allem weil ich die ganzen Details aus Zeitgründen aus der Predigt gestrichen habe.
