Dienstag, 20. Juli 2010Cool sein hat seinen Preis
Diktator Steve schlägt wieder zu. Hab grade im Spiegel die neueste Enthüllung über Apple gelesen. Nein, sie haben nicht PDFs für alle Macs gesperrt (ist aber nur eine Frage der Zeit
Das tolle an der Sache ist, dass Apple im Gegensatz zu Google nicht bezahlte Leute in Autos herumfahren lässt, sondern einfach seine Kunden dazu benutzt. Gut, die meisten von ihnen sind eh tiefgläubig und würden Steve alles erlauben, aber ich kann mir einfach das Grinsen nicht verkneifen, wenn ich an all die Kollegen denke, die mit ihren coolen i-Phones kontinuierlich Positionsdaten an Apple senden - ohne es zu wissen. Da würde ich mich schon fragen, was den Apple noch so alles speichert??? Montag, 19. Juli 2010Unsere Kistenwelt Eustace Conway bekam von klein auf von seiner Mutter "Unterricht" über das Leben in der Natur. Wegen seines fürchterlichen Vaters verbrachte er die meiste Zeit im Naturkundemuseum und im Wald hinter seinem Haus. Er lernte alles über Tiere und Pflanzen und die Kultur der Indianer. Er jagte, stellte Fallen, häutete Tiere, bereitete sie zu und fertigte Kleidungsstücke aus ihrem Fell. Mit sieben Jahren konnte er mit einem Wurfmesser ein Streifenhörnchen erlegen. Mit zehn ein rennendes Eichhörnchen aus 15m Entfernung mit Pfeil und Bogen töten. Mit 12 ging er allein und ohne Ausrüstung in den Wald baute sich einen Unterschlupf und überlebte für eine Woche dort. Mit 17 zog er von zuhause aus und lebte fortan in einem Tippi in den Bergen.Elisabeth Gilbert hat diesen Mann und sein Leben in einem Buch beschrieben. Gleich zu Anfang berichtet sie über einen Vortrag von Eustace Conway, bei dem er Kindern in einem Ferienlager den Unterschied zwischen dem freien Leben in der Natur und dem zivilisierten westlichen Alltag deutlich macht: They wake up every morning in the box of their bedroom because a box next to them started making beeping noises to tell them it was time to get up.They eat their breakfast out of a box and then they throw that box away into another box. Then they leave the box where they live and get into a box with wheels and drive to work, which is just another big box broken up into lots of little cubicle boxes where a buch of people spend their days sitting and staring at the computer boxes in front of them. Hm ... it does. Where is my way out of the boxes? Freitag, 16. Juli 2010Ich hätte gerne einen weiblichen Jesus Dieses Bild hab ich von Dany B. geklaut (facebook sei Dank). Es stammt von irgendeinem Stand auf der Vollversammlung. Politisch ist es total korrekt, aber auf der anderen Seite kann ich kaum weiterschreiben vor Kopfschütteln und Linkeaugenbrauehochziehen. Wie bitte? Ein schwarzer Jesus? Das nennt man wohl Kontextualisierung.Ich gebe ja zu, dass die herkömmlichen Jesusbildern auch nicht besonders jüdisch aussahen, aber zumindest hätte Jesus so aussehen können, oder? Ein sehr europäischer Jude eben Und das check ich nicht. Was soll das? Gibts dann auch einen Indinanerjesus und einen Chinesenjesus und einen irischen Jesus, der immer in grün rumrennt? Brauchen wir dann nicht auch einen weiblichen Jesus, damit sich die Frauen mit ihm identifizieren können? Einen alten Jesus für die Senioren, einen Jesus im Pelz für die Inuit, einen mit Lendenschurz für die Yanomami, einen in Lederhosen für die Bayern ... das macht richtig Spaß sich das vorzustellen. Wenn ich Künstler wäre würde ich die alle zeichnen! Ich meine Diskriminierung ist eine schlimme Sache, aber nur weil es Rassismus gibt muß man doch nicht ins andere Extrem verfallen. Sonst müßte man, wie Fabian M. auf facebook zu diesem Foto kommentiert hat, auch den Namen der Autorin verändern: Ellen Black! Dienstag, 13. Juli 2010Frauen an den Herd Vor gut einer Woche ging die weltweite Vollversammlung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu Ende. Eines der Themen, die eigentlich eben keine Themen waren betraf die Zulassung weiblicher Pastoren - also Pastorinnen. Ich hab von der offiziellen Lage nicht wirklich Ahnung. Ich möchte nur kurz was zu einem Widerspruch sagen, der mir in diversen Blogs aufgefallen ist. Vorneweg: ich bin mit einer Pastorin verheiratet voll für Gleichberechtigung und Frauenordination.Zunächst als Hintergrund für alle die nicht wissen worum es geht. Die meisten protestantischen Kirchen haben Pastorinnen. Die katholischen und orthodoxen Kirchen nicht. Meine Freikirche gehört zu den Protestanten, lässt aber trotzdem offiziell keine Pastorinnen zu, weil wir nicht so katholisch sind wie die anderen Protestanten. Will heißen, wie sind nicht hierarchisch von oben nach unten strukturiert, sondern demokratisch von unten nach oben - und zwar weltweit. Das bedeutet praktisch, dass bei uns die vielen Gläubigen aus anderen Kulturen, in denen die Stellung der Frau noch nicht so ist wie bei uns, die wenigen westlichen Gläubigen immer locker überstimmen. Deswegen also offiziell keine Frauenordination in der STA. Worum es mir geht ist folgendes: Es gibt in Deutschland Pastorinnen. Sie sind ihren männlichen Kollegen (zumindest theoretisch) völlig gleichgestellt. Diese Gleichstellung gilt jedoch nicht auf der ganzen Welt. Das ist der einzige Unterschied zu Pastoren: diese können auf der ganzen Welt arbeiten. Worum geht es uns also, wenn wir uns beschweren, dass die Frauenordination wieder nicht beschlossen wurde? Geht es um eine Veränderung des Zustandes hier bei uns? Was würde sich verändern? Oder geht es um eine Veränderung des Zustandes in anderen Gebieten der Welt? Wenn das die Motivation ist, dann sehe ich das sehr skeptisch. Zum einen kann Veränderung eben nicht von oben nach unten verordnet werden. Ein Beschluß der Vollversammlung interessiert die Leute, die Arbeitsverträge in Südamerika oder Afrika vergeben herzlich wenig. Zum zweiten ist das ganze eine kulturelle Frage. Und da finde ich steht uns nicht zu unsere Kultur anderen überzustülpen. Warum wollen wir unbedingt unsere Sicht der Dinge weltweit durchsetzen? Mancher wird antworten: ja, aber die machen es im Moment ja auch bei uns!Naja. Erstens sind sie halt die Mehrheit. Ist für uns aus der 1. Welt vielleicht mal ganz heilsam zu merken wie das ist, wenn man mal nicht das sagen hat. Und zweitens: machen sie es wirklich? Gerade habe ich gesagt, das geht gar nicht und die Praxis bei uns zeigt das ja auch. Wir lassen uns von einer anderen Kultur ja auch nicht sagen, wie wir es zu machen haben. Warum also wollen wir unbedingt versuchen es ihnen zu sagen? Es ist doch so: innerhalb der westliche Kultur werden Frauen kein Problem haben als Pastorinnen. Und in der Praxis haben westliche Frauen selbst in der zweiten oder dritten Welt nicht immer Probleme - ich kenne eine Theologie Dozentin auf den Philippinen. Eine Frau aus einer anderen Kultur hätte in dieser anderen Kultur auch mit Beschluss der Vollversammlung ein Problem. Von daher finde ich das Gejammer über den fehlenden Tagesordnungspunkt Frauenordination überflüssig. Wenn, dann sollte die Weltversammlung beschließen, dass das in jedem Kulturkreis entsprechend gelöst werden kann - da wären wir glaube ich bei einer viel spannenderen Frage. Darüber hinaus sollten wir für die faktische Gleichberechtigung kämpfen, nicht die auf dem Papier! Oder wie seht ihr das?
Geschrieben von Sven Fockner
in Siebenten-Tags Adventisten
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Donnerstag, 8. Juli 2010Verkehrte Welt
In der aktuellen Ausgabe des Mitteilungsblattes der STA in BaWü ist ein Bericht über die Ausbildungsarbeit deutscher bzw. baden-württembergischer Pfadileiter in Äthiopien. Dort will man eine Pfadfinderarbeit aufbauen. Eine gute Sache. Auch dass man dazu erfahrene Pfadfinder holt, die die Leiter ausbilden ist lobenswert. Kurios fand ich nur das Bild hier:
![]() Daneben wird erklärt, dass die Ausbildung auch das Kochen auf dem Lagerfeuer und das bauen von Freiluft-Duschen umfasste. Ähh ... vielleicht oute ich jetzt meine Kolonialherren-Attitüde, aber brauchen die in Äthiopien wirklich Deutsche, die ihnen zeigen, wie man auf dem Lagerfeuer kocht. Ich kann mir da das Grinsen nicht verkneifen ... Donnerstag, 1. Juli 2010Sabbat Vor einigen Wochen kam ich am Samstag in eine der größeren Adventgemeinden in Deutschland und nahm dort an einem Gesprächskreis über das Thema Sabbat teil. Zumindest war das die Überschrift. Inhaltlich ging es dann um das Thema Burn-Out. Es war ein durchaus intelligentes Gespräch, lauter gebildete Leute, hab viele interessante Einsichten bekommen. Trotzdem war es im Grunde eine Themaverfehlung.Das Interessante war, dass anscheinend niemand außer mir das so gesehen hat. Jeder, der Erfahrung mit den Bibelgesprächen in adventistischen Gottesdiensten hat, weiß, dass Themaverfehlungen nichts außergewöhnliches sind. Und im Grunde bin ich sogar ein Beführworter von Themaverfehlungen, solange sie im Rahmen bleiben, sprich einen geistlichen Bezug haben. Alle mal besser, als ein gerade in Gang kommendes Gespräch abzuwürgen um "zum Dienstag zu kommen" (Insider ...). In diesem Fall war es aber anders. Das Gespräch entfaltete sich wunderbar über 30 Minuten lang und niemand schien das Gefühl zu haben, nicht genau über das Thema zu sprechen. Und ich wage zu behaupten, dass an diesem Sabbat in vielen vielen anderen Gesprächskreisen das gleiche Phänomen auftrat. Dahinter liegt, so wurde mir während des Zuhörens und auch beim nach Hause fahren bewußt, ein grundsätzliches Mißverständnis in der adventistischen Sabbattheologie. Man könnte es einen antropozentrischen Zugang zum Sabbat nennen. Aber nur wenn man - so wie ich - gern gebildet klingen will. Denn eigentlich ist nicht der Mensch im Zentrum dieses falschen Sabbatverständnisses, sondern die Ruhe. Die falsch verstandene Ruhe. Gerechtfertigt wird das ganze dann aber mit dem Satz Jesu: "Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen." Historisch ist das auch ein Stück weit nachvollziehbar. Vor ein oder zwei Generationen war der Sabbat wohl wirklich noch bestimmt von Regeln. Davon hat man sich befreit und rausgekommen ist die "Mach mal Pause" Theologie. Der Sabbat wird als ein göttliches Rezept gegen Stress gesehen und verkauft. Als geniale Einrichtung des Schöpfers, um den Menschen vor dem ausbrennen zu bewahren. Das führt dann soweit, dass - wie an dem oben erwähnten Samstag zu hören - Leute sich im Namen der Sabbatheiligung von allen Aufgaben im Gottesdienst oder in der Gemeinde zurück ziehen. Um auch wirklich Ruhe zu haben. Abraham Heschel schreibt in seinem Buch "Der Schabbat" (das übrigens jeder Mensch gelesen haben sollte), dass diese Sicht auf Philo von Alexandrien zurück geht. Er erklärte den Römern, die die Juden für faul hielten, weil sie einen Tag in der Woche ruhten, dass dieser Tag dazu da wäre, um die restlichen Tage der Woche noch besser und effektiver arbeiten zu können. Genau das, was wir heute vertreten. Heschels trockener Kommentar: "Hier wird der Sabbat nicht im Sinne der Bibel verstanden." Damals, in der Gesprächsrunde, konnte ich das nicht so klar formulieren, aber ich habe schon gesagt, dass es doch nicht Sinn des Sabbats sein kann, den Rest der Woche genauso zu hetzen und zu rackern wie der Rest der Menschheit. Wenn der Sabbat wirklich eine Erinnerung an die Schöpfung ist, daran, dass die Dinge gut und fertig sind, weil Gott sie gemacht hat, nicht weil wir uns abmühen, dann sollte sich das doch auf den Rest der Woche auswirken und nicht der Rest der Woche auf den Sabbat. Ich glaube mich hat keiner verstanden, weil wir eben unsere Sabbattheologie auf "Mach mal Pause" reduziert haben. Heschel sagt: Der Sabbat ist Höhepunkt, nicht Intermezzo. Die Woche ist für den Sabbat da, nicht der Sabbat für die Woche. Der Sabbat ist eben vielmehr als eine Weitsichtige Anti-Stress-Maßnahme. Gott hat nicht geruht, weil er fix und fertig war. Und auch wir sollten es nicht deswegen tun. Vielmehr sollten wir so leben, als wüßten wir, dass es nicht darauf ankommt sich wie blöd abzurackern. Leben und Gelingen kommen von Gott und er sorgt für uns.Ich glaube auch, dass das "Mach mal Pause" Argument in unserer Zeit immer weniger zieht. Mag in der Moderne interessant gewesen sein, eine logisch-rationale Begründung für den Sabbat liefern zu können. Heutzutage brauchen wir eine spirituelle Begründung. Deswegen glaube ich, ist es Zeit mit der Verkürzung des siebten Tages aufzuhören. Jesus sagt zwar, dass der Sabbat für den Menschen geschaffen wurde. Man könnte aber, unter einem anderen Blickwinkel genauso sagen, dass der Mensch für den Sabbat geschaffen wurde. Für die Gemeinschaft mit Gott, für die Menucha. Denkt daran, wenn heute Abend die Sonne untergeht.
Geschrieben von Sven Fockner
in Gott, Siebenten-Tags Adventisten
um
21:26
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Donnerstag, 24. Juni 2010Immer das Gleiche
Hier auf blockner ... Heute mal wieder CO2. Aber: repetitio est mater studiorum – Die Wiederholung ist die Mutter der Weisheit. Bei meinen Schwiegereltern habe ich das Buch "Klimaschock" in die Hände bekommen. Auf S. 284 ist dort eine Grafik, die den CO2-Ausstoß von Verkehrsmitteln vergleicht. Das hat mich nochmal schmerzlich daran erinnert, dass jede Menge Adventisten sich gerade zwischen zwei Transatlantikflügen befinden - auf der GK in Atlanta und dass meine Rufe nach irgendeinem Ausdruck von Verständnis für die Problematik die solche Flüge in sich tragen, ungehört blieben.
CO2 Ausgleich für Langstreckenflüge wird nicht die Lösung des Problems bringen. Luft- und Schifffahrt machen (laut einer weiteren Grafik auf S. 275) nur 3,5% der jährlichen 28 960 000 000 Tonnen CO2 aus. (Gib dir diese Zahl!) China und USA kommen zusammen auf 40% und wie interessiert China an Umweltschutz ist (oder an Menschenrechten oderan irgendeinem Anliegen, das denkenden westlichen Menschen dringend erscheint) haben wir bei Olympia und in Kopenhagen gesehen. Und weil die USA Angst hat den Wirtschaftskampf gegen China zu verlieren (oder weil sie sich weigern anzuerkennen, dass sie ihn verloren haben) weigern sie sich ihrer Wirtschaft irgendwelche Auflagen zu machen, die einen Nachteil gegenüber den environmental (gib dir dieses Wort!) skrupellosen Chinesen bedeuten würden. Soviel zur Zukunft unseres Planeten. Nichts desto trotz ist das Thema wichtig. Nichts desto trotz muß man für das Richtige kämpfen, auch wenn der Kampf verloren ist. Und fliegen ist ein Bereich, der einen großen Anteil am CO2-Ausstoß eines Menschen ausmacht. Für manche Delegierten unserer Freikirche dürfte es schwierig sein, in diesem Jahr nochmal soviel CO2 in die Atmosphäre zu pusten, wie durch ihren Besuch in Atlanta. Dabei sind Flugzeuge als Verkehrsmittel nicht soooo krass ineffektiv. Die erste erwähnte Grafik zeigt, dass ein Flugzeug mit 80% Auslastung im Vergleich zu einem Auto (Diesel) mit zwei Personen nur etwa 40% mehr CO2 ausstößt. Das bedeutet, (wenn ich das richtig verstehe) dass man, wenn man allein im Auto unterwegs ist, unter Umständen (Motor, Fahrweise, etc.) mehr verbraucht als wenn man fliegen würde. Die Bahn braucht übrigens 90% weniger als das Auto ... Der Punkt mit dem Fliegen ist einfach die Entfernung, die man aufgrund der Geschwindigkeit so locker überbrückt. München Atlanta Müchen sind 15000km. Das ist mehr, als 90% der Deutschen privat in einem Jahr autofahren (meine Schätzung). Deswegen ist es wesentlich, dass man den Industrienationen zum trotz als Privatperson ein Zeichen setzt, wenn man sich so einen Batzen leistet. Auch als Freikirche sollte man ein Zeichen setzen. Sollte ... Mittwoch, 16. Juni 2010Letzte Chance
Heute ist der letzte Tag, an dem man die Petition auf straffreiheit für häuslichen Unterricht mitzeichnen kann. Wenn du es bisher aufgeschoben hast, dann mach es jetzt, oder nie!
Dienstag, 15. Juni 2010Szenen einer EheZum Thema Frau und Kind passt auch ein Buchtipp, den ich schon seit Monaten weitergeben wollte. Ich muß gestehen, ich bin auch erst durch Kate und Leo darauf aufmerksam geworden, aber immerhin kann ich mir zugute halten, dass ich den Klassiker, auf dem der Film basiert, dann doch gelesen habe. Und wie froh bin ich darüber!!! Revolutionary Road, oder zu Deutsch: Zeiten des Aufruhrs, ist ein Roman von Richard Yates (1926-1992). Der gute Mann war mir schon mal untergekommen (Eleven Kinds of Loneliness), aber da hatte ich nur mal reingelesen und er ist mir nicht in Erinnerung geblieben. Revolutionary Road ist allerdings ein Meisterwerk! Habe selten so ein realistische Schriftstellerei gelesen, die gleichzeitig so schön ist. Er beschreibt Details, die man sofort aus dem eigenen Leben wiedererkennt, die man aber noch nie benannt, noch nie ausgesprochen hat. Sie würden einem auch nie einfallen, wenn man darüber schreiben würde. Hammer! Ich nenn jetzt keine Beispiele, weil es sicher für jeden andere Dinge sind. Dass Yates ein genauer und schonungsloser Beobachter ist, ein Realist außerdem, wird auch in der Geschichte selbst deutlich. Die Ehe von Frank und April wird in einer Tiefe geschildert, die manchmal fast unangenehm ist. Unangenehm, weil man plötzlich seine eigenen Motive entdeckt, die einem vielleicht gar nicht bewußt waren. Man lernt übers Leben in diesem Buch! Und es ist noch dazu ein Genuß - vorausgesetzt man ist bereit auch am Leben zu leiden und ohne Sophie Kinsella Ende auszukommen. Um den Roman wirklich zu schätzen, und das Setting zu verstehen, in dem es spielt und in dem Yates geschrieben hat, ist ein Artikel aus der GEO EPOCHE über Kennedy zu empfehlen, die letztes Jahre erschienen ist. Ab Seite 36 werden dort die 60er Jahre in den USA portraitiert und das zu lesen hat mich "Zeiten des Aufruhrs" nachträglich noch mehr schätzen gelehrt. Yates beschreibt nicht nur das zwischenmenschliche Leben sehr genau, sondern auch das große Bild, die Gesellschaft in der er lebt - und das obwohl er selbst mitten drin war. Respekt.
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Eustace Conway bekam von klein auf von seiner Mutter "Unterricht" über das Leben in der Natur. Wegen seines fürchterlichen Vaters verbrachte er die meiste Zeit im Naturkundemuseum und im Wald hinter seinem Haus. Er lernte alles über Tiere und Pflanzen und die Kultur der Indianer. Er jagte, stellte Fallen, häutete Tiere, bereitete sie zu und fertigte Kleidungsstücke aus ihrem Fell. Mit sieben Jahren konnte er mit einem Wurfmesser ein Streifenhörnchen erlegen. Mit zehn ein rennendes Eichhörnchen aus 15m Entfernung mit Pfeil und Bogen töten. Mit 12 ging er allein und ohne Ausrüstung in den Wald baute sich einen Unterschlupf und überlebte für eine Woche dort. Mit 17 zog er von zuhause aus und lebte fortan in einem Tippi in den Bergen.
Dieses Bild hab ich von Dany B. geklaut (facebook sei Dank). Es stammt von irgendeinem Stand auf der Vollversammlung. Politisch ist es total korrekt, aber auf der anderen Seite kann ich kaum weiterschreiben vor Kopfschütteln und Linkeaugenbrauehochziehen. Wie bitte? Ein schwarzer Jesus? Das nennt man wohl Kontextualisierung.
Vor gut einer Woche ging die weltweite Vollversammlung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu Ende. Eines der Themen, die eigentlich eben keine Themen waren betraf die Zulassung weiblicher Pastoren - also Pastorinnen. Ich hab von der offiziellen Lage nicht wirklich Ahnung. Ich möchte nur kurz was zu einem Widerspruch sagen, der mir in diversen Blogs aufgefallen ist. Vorneweg: ich bin mit einer Pastorin verheiratet voll für Gleichberechtigung und Frauenordination.

Vor einigen Wochen kam ich am Samstag in eine der größeren Adventgemeinden in Deutschland und nahm dort an einem Gesprächskreis über das Thema Sabbat teil. Zumindest war das die Überschrift. Inhaltlich ging es dann um das Thema Burn-Out. Es war ein durchaus intelligentes Gespräch, lauter gebildete Leute, hab viele interessante Einsichten bekommen. Trotzdem war es im Grunde eine Themaverfehlung.
Heschel sagt: Der Sabbat ist Höhepunkt, nicht Intermezzo. Die Woche ist für den Sabbat da, nicht der Sabbat für die Woche. Der Sabbat ist eben vielmehr als eine Weitsichtige Anti-Stress-Maßnahme. Gott hat nicht geruht, weil er fix und fertig war. Und auch wir sollten es nicht deswegen tun. Vielmehr sollten wir so leben, als wüßten wir, dass es nicht darauf ankommt sich wie blöd abzurackern. Leben und Gelingen kommen von Gott und er sorgt für uns.