Sonntag, 7. März 2010Äußerlich anwesende AdventistenTrackbacks
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erschreckend wie "weit" es mit unserer gemeinde gekommen ist. bei uns in der gemeinde fragt eine schwester ob man die gebetsstunde wieder einführen kann die abgeschafft wurde und ein bruder von der leitung sagte ihr: darüber muss erst der ausschuss abstimmen. natürlich hat man in der nächsten ausschusssitzung das thema vertagt. weil es gibt ja wichtigeres als darüber zu entscheiden ob gebetet werden darf? hallo? ist gebet nicht ein trágender pfeiler unserer gemeinde? was gibt es denn darüber abzustimmen? der offenbarungstext kommt mir hier in den sinn: du denkst das du reich bist und merkst nicht einmal wie arm, blind und bloss du bist...
wenn in unseren gemeinden mehr gebetet werden würde, dann hätten wir wohl auch nicht die vielen probleme die wir momentan haben. das ende vom lied ist das die schwester nicht mehr in die gemeinde kommt. jetzt betet sie wohl zu hause.
Krass:
Muss sagen, dass ich wohl grad in ner Ausnahmegemeinde (Marienhöhe) bin, wo über sowas (Erstarrung der Formen) geredet werden darf und wo man die Möglichkeiten hat was dagegen zu tun. Ich hab jedenfalls so den Eindruck. Aber Eindrücke können ja auch täuschen. Hatten gestern ne Gebetsnacht mit der Jugend und das war echt gut. Was ich wichtig finde ist Freiheit was ausprobieren zu dürfen, für die Leute, die was ändern wollen. Aber Freiheit macht ja auch 'soooooo' Angst dass was falsch gemacht wird, und dass man dann noch 'abgefallener' ist als vorher. Frag mich wie Gott das sieht? Für mich liegt das Problem da.. Auf jedenfall, cool, dass 'Verkirchlichung' so kritisch gesehen wird in dem Artikel.
Ich finde diese Entwicklung auch erschreckend. Für mich liegt auf jeden Fall ein Grund darin, dass wir als Adventgemeinde zu kopflastig sind. Ich könnte wetten, wenn wir hier in Deutschland ein bisschen mehr auf Gefühl machen würden, dann würden auch unsere Gemeinden anders ausschauen.
D. h. nicht, dass wir total auf Show machen sollen, aber manchmal hab ich den Eindruck, besonders bei uns im Süden, dass wir versuchen, unsere Jugendliche in Hosen zu stecken, die eigentlich viel zu groß für sie sind und ihre gefühle für Gott und ihr Verstand total auseinanderklaffen. Die Fakten über Gott kennen sie, samt unseren Glaubenspunkten, aber was das wirklich mit ihrem Leben zu tun hat, vor allem auf der Gefühlsebene, wissen sie nicht. Und dann besteht Adventismus nur noch aus Regeln und Kirche als Institution. Dann geht man zum Godi, weil es sich so gehört und weil man weiß, dass sich der liebe Gott daran freut, aber nicht weil man es aus Liebe tut, weil man darauf brennt, Gott neu zu begegnen. Und warum? Weil die Welt der Fakten, der des gelebten Glaubens hinterher hinkt...
Ob der Artikel reicht um die Tradition aus der Fassung zu bringen?
Poste mal, was für Kritiken dich über die Leserbriefe erreichen.
Liebe Leser, unser Auftrag als Gläubige besteht darin, den Charakter Jesu in unserem leben beispielhaft zu veranschaulichen. Unser Einfluß, den wir auf andere haben hängt nicht so sehr von dem ab, was wir sagen, als vielmehr von dem, was wir sind. Die Mittel, die wir dazu gebrauchen,z.B. im Gottesdienst, sind eine Hilfe nicht das Ziel des Glaubens( Zitat u.a. LJ, S. 126 )
Ist es sinnvoll, meine persönlichen Ansichten oder meine Eindrücke zum Gottesdienst zu verbereiten, wie Br.Fockner das hier tut? Wem nützt er damit? Hat er mit seinen Ansichten andere motiviert oder ermutigt oder positiv beeinflusst? Vor allen Dingen, trägt er mit der Verbreitung seiner Ansichten zu einer positiven Lösung für von ihm wahrgenommene Probleme bei? Hat er, da er auch bei sich selbst Probleme wahrnimmt, genügend dagegen getan? Hat er seine Beziehung zu Jesus wach gehalten und Gott gesucht? Berichtet er uns von seinen neuen Erlebnissen mit Gott, die ihn aus der Krise geführt haben und anderen vielleicht helfen können, indem sie ihnen den Weg weisen, Schwierigkeiten zu überwinden? Ich habe leider nichts davon wahrgenommen und Br. Fockner, der im Predigt- dienst steht, offenbart sich damit als ein Botschater ohne Botschaft. Er sollte sehr schnell seiner Verantwortung nachkommen und Abhilfe schaffen, denn er verdient sein Geld mit den Zehnten, der Gläubigen. Die haben nach dem Auftrag Gottes, ein Recht darauf von ihm im Glauben gestärkt und nicht entmutigt zu werden. Das ist das Werk eines anderen.
Wie cool, ich dachte, solche Personen wie Dich gibt es nur in meiner Fantasie! Bist Du echt? Ist Dein Beitrag ernst gemeint oder ist er Satire höherer Art?
Falls es sich hierbei um einen diffizilen Witz handelt, kann ich nur sagen: Chapeau, Du bist uns um Jahre voraus! Falls Deine Zeilen aber wirklich wiederspiegeln, was Du denkst, frage ich mich, wann Du das letzte Mal in der Bibel gelesen und dort von den zahlreichen Fragen, Sorgen, Kämpfen und (Selbst-)Vorwürfen gläubiger Menschen erfahren hast? Vielleicht hast Du ja einfach nur schlecht geschlafen. Falls dem so ist, kannst Du mich gerne kontaktieren und ich empfehle Dir eine Matratze, die Deine Lebensqualität ganz entscheidend verbessern wird.
Lieber Michael,
Deine Überlegungen sind unbedingt richtig: man muss sich nach dem Sinn und Zweck fragen der einen bewegt, sowas zu posten. Unbenommen davon bleibt aber, dass Sven wunderbar kritisch ist. Er hat völlig damit recht, dass viele Dinge in der Gemeinde zu reinen Farcen entarten und ich bin froh, dass er davon spricht, das zeigt mir, dass ich nicht alleine dastehe mit meiner Trauer über diesen Zustand. Wir reden ja nicht nur darüber, wir animieren uns damit, etwas gegen diese Zustände zu unternehmen. Ich finde, dass Predigten durchaus mahnenden und aufrüttelnden Charakter haben dürfen und nicht nur wischiwaschi an der Oberfläche abperlen sollten. Dafür gibt es die Adventisten mit ihren damals exotischen Glaubensgrundlagen schon lange genug, dass wir daran gewachsen sein sollten. Wir HABEN EINE BOTSCHAFT. Und ich will diese Botschaft hören - und auch verkünden. Unsere Gemeinde tendiert an einigen Stellen zur Oberflächlichkeit, und sowas muß man beim Namen nennen! Schön, dass sich überhaupt jemand traut, das auszusprechen *find* DANKE, SVEN
Also ich muss mich den anderen auch anschließen - ich fand Svens Beitrag auch nicht negativ. Er hat mich nachdenklich gestimmt, woran es liegen könnte, dass es in unserer Gemeinde so eine Schieflage gibt und ich war froh, dass jemand innerhalb der Gemeinde so offen darüber spricht und sich vor allem auch noch selbst einbezieht. Ich kenne genügend Prediger bei denen es heißt, die Gemeinde sei Laodizea, nur sie erwecken immer den Eindruck, sie seien selbst davon ausgenommen.
Daher fand ich es besonders mutig, dass er sich von den Vorwürfen nicht ausnimmt, sondern miteinbezieht. Das macht ihn menschlich. Ich wünschte, es gäbe noch mehr solche Aussagen, vielleicht würde die Gemeinde dann zu mehr Authentizität finden...
Ich fürchte, die Adventgemeinte hat sich inzwischen derart orientiert, dass eine Ellen White HEUTE ihre Bücher jedenfalls nicht mehr im Saatkornverlag publizieren dürfte. Und jetzt fallt über mich her, wenn ihr wollt, dass ich solche KRITISCHEN Aussagen tätige...
Tut mir leid, wenn der Artikel dich nicht ermutigt hat. Aber auf die Frage wem es nütze? - Mir! Ich wache nämlich auch regelmäßig am Ende der letzten Strophe auf - und ärgere mich darüber. Ich fühle mich (auch?) gefangen in einer Liturgie die meine Begegung mit Gott in der Gemeinde erstickt. Ich beobachte auch, dass wir immer mehr vergessen warum wir uns treffen, sondern es einfach nur tun, aber das dann auf Teufel komm raus nach einem festen Ablauf. Es ist wichtig darüber zu reden und der Satz "ich bin einer von ihnen", ist keine Bankrotterklärung, sondern verwandelte den erhobenen Zeigefinger in eine offen ausgestreckte Hand.
Was mich aber wirklich überrascht (blanker Euphemismus) ist du Unverschämtheit mit der du meinen Bruder anklagst. Er hätte seine Beziehung zu Jesus nicht wach gehalten? GOTT NICHT GESUCHT!!! EÍN BOTSCHAFTER OHNE BOTSCHAFT? Ein Werkzeug Satans?(letzter Satz) Ich glaube es hakt! An deiner Stelle würde ich mich entschuldigen, denn tiefer gehts nimmer, selbst für mich nicht! Außerdem handelt es sich hier um eine Kolumne, also einen kurzen Meinungsbeitrag. Dieser hat es zu eigen selten abgeschlossen zu sein sondern zum Nachdenken anzuregen, zur Diskussion. Die Diskussion wäre im Keim erstickt, würde Br. Fockner seine Lösung ebenfalls mit anbieten, was im Übrigen den Rahmen einer journalistischen Kleinform sprengen würde. Mein Tipp zum Abschluss: Es ist vernünftiger, wenn man sich um 00:47 nicht mehr im Griff hat, keine Kommentare mehr zu schreiben.
Kleine Frage @Michael: Was machst Du besser als der den Du kritisierst?
Du forderst einen Ausweg / Lösung aus der genannten Kriese? Dann nenne die Lösung doch selbst - falls Du eine hast! An sonsten ist Selbstkritik und Selbst-Reflektion keineswegs einer Schelte wert sondern eben selbst Teil des Weges aus der Kriese - auch wenn es nur der Anfang ist. Billige Lösungen und Schnellschüsse wie Du sie zu fordern scheinst sind aber gewißlich nicht das was uns aus dieser Kriese herausbringen wird und darum weit mehr fehl am Platze wie eine gesunde Selbst-Reflektion und -Kritik. maranatha Stephan
Hallo.
hmm Krass, wie schnell sowas persönlich wird. Ich bin Dankbar für die Kritik. Jesus hat doch auch Kritisiert und Sachen/Formen/Verhaltensweisen aufgezeigt, die Heuchlerisch waren. Und da hat Sven auch recht: Es ist egal, ob man jetzt mit leerem Herzen/Hirn WLG oder Moderne Lieder singt. Kommt beides vor. Für mich ist das Konstruktiv, weil ich eh darunter leide, dass mir manche Formen in der Gemeinde/Jugend leer vorkommen. Ich will was dagegen machen und freu mich, dass jemand das auch so sieht. Und ich glaub nur wenn man dem folgt was man als richtig empfindet (durch Gewissen, Verstand, Bibelstudium und der Führung durch den H.G.), ohne sich durch irgendwelche Moralisierungen, Meinungen, Ängste oder irgendwas zu sehr zu beeinträchtigen, kann man was verändern. Es is nur schwer mich frei zu machen und sich nur von Gott führen zu lassen. Vielleicht war ja auch der Artikel von Michael nicht verurteilend gemeint, sondern eher mit dem Wunsch dass Sven "was dagegen macht. Weil er ja dafür bezahlt wird". Aber auch hier sollte sich jeder selbst an die Nase fassen, (oder an seinen Balken im Auge) finde ich. Wie wird man zu einer Gemeinde, die offen miteinander reden kann und die dann sucht, wie man was gemeinsam verändern kann? Und wie werden solche entleerten Formen wieder Ausdruck unserer Beziehung zu Jesus? Muß man alles neu überdenken? ...
Michael, habe noch nie gehört, dass man mit dem Zehnten ein Recht erwirbt nur das zu hören, was man hören will. Dieser Prediger muss privat angestellt werden.
Wenn ich solche Beiträge lese, dann wird mir mein Wunsch bewußt, wir (ich) könnten in der Gemeinde liebevoll, respektvoll und nicht übergreifend miteinander kommunizieren!
Also ich bin dafür, dass die Predigt in die erste Stunde vertagt wird (wie in Tübingen, da geht das ja auch!) und die Lektion auf 2 Stunden verlängert wird. Ende offen. Das kann dann in ein gemeinsames Mittagessen auslaufen, wer möchte. Ich HASSE ES!!!, wenn die Gemeinde sich nach dem Gottesdienst leert und ich wieder alleine dastehe, weil ich eben KEINE Familie habe, mit der ich den restlichen Sabbat verbringen kann. Die Gemeinde sollte offen bleiben und jeder der will, sollte dort bleiben können und den Sabbat mit Gleichgesinnten verleben... *träum*
Oder wird auf der Neuen Erde der Gottesdienstraum auch nur Sabbatvormittags für 2 Stunden genutzt???? Dann will ich da nicht hin!
Liebe Iris, es tut mir sehr leid, wenn ich von Deinen entmutigenden Sabbaterfahrungen lese, insbesondere am Sabbatnachmittag. Ich bedauere das wirklich. Ich mache Dir aber einen Vorschlag, wie Du zu einem äußerst interessanten, abwechslungsreichen und sehr ermutigenden Sabbatnachmittag kommen kannst. Es gibt von Br. Werner Renz zwei Bilder-Serien für Staßenarbeit mit Leporello-Faltwänden, die man einfach auf den Boden stellen kann. Ein Serie hat das Thema: "Was offenbart Gott." Es sind nur Zeichnungen ohne Text. Diese Stellwand mit den Bilder stellst Du an einer belebten Ecke in Deiner Stadt auf und fragst die vorübergehenden Leute nach der Bedeutung der Bilder ( Du mußt Dich etwas vorbereiten und mit der Materie vertraut machen ). Gleichzeitig bietest Du interessierten Passanten einen Treffpunkt zu einem Gedankenaustausch an. Das kann z.B. in der Gemeinde sein. Dort gibst Du vielleicht ein Getränk und z.B. referierst Du eine Bibelstunde über die Gebrauchsanleitung der Bibel. Also nur die wichtigsten Texte zum Gebrauch und Umgang mit der Bibel. Vielleicht kann man auch ein anderes Programm machen. Ich verspreche Dir, dass Deine Erlebnisse so anregend, interessant und motivierend sein werden, dass ein Gedanke an Langeweile und Einsamkeit überhaupt nicht mehr aufkommt. Wenn Du das eine Weile lang machst, werden sich andere für die Sache interessieren und Du gewinnst Mitstreiter, so dass man eine Gruppe bilden kann.
" Für die Entmutigten gibt es ein sicheres Heilmittel: Glaube, Gebet, Arbeit. Glaube und Tätigkeit verleihen Zuversicht und Zufriedenheit, die sich von Tag zu Tag steigern werden." Zitat ist von EGW. Woher weiß ich Moment nicht. Aber wie sagte schon der weise Salomo: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Liebe Grüße Michael
Ich glaube es ist ein Stück weit ein Generationenproblem, das sich hier auftut. Ein Stück weit.
Es wäre bzw. wird ein Beitrag für sich sein, das mal auszuloten. Wichtig ist glaube ich, zu verstehen, dass der eigene Standpunkt für den anderen genauso komisch klingt wie der des anderen für mich. Mir geht es aber weniger um die Änderung der Form, denn die ist nicht notwendigerweise die Ursache des Problems (auch wenn sie das u.U. sein kann). Mir geht es darum, dass man sich selbst hinterfragt und sich bewußt macht, wo man steht und was das für die Gemeinde bedeutet.
Ich bin durch Zufall auf deinen Artikel gestoßen und er trifft mich tief. Vor 4 Jahren habe ich für mich herausgefunden, dass ich definitiv nur noch ein körperlich anwesender Adventist war. In der Gemeinde habe ich Gott aus den Augen verloren, trotz aller Bemühungen. Und das lag sicher zum kleinsten Teil an äußeren Formen... Da Ehrlichkeit mir selbst gegenüber für mich existentiell ist, bin ich ziemlich bald auch ein äußerlich abwesender Adventist geworden. Es tut weh, die Suche nach Gott nicht mehr in der Gemeinde fortzuführen, in der ich mich eigentlich "zuhause" fühle. Aber ich kann momentan nicht anders...
Oft frage ich mich, ob ich mich täusche, das alles falsch beurteile. Aber wenn ich höre, WIE VIELEN adventisten es so geht, dann erschreckt mich das. Es erschüttert meinen Glauben zutiefst, wenn gepredigte "Glaubenswahrheiten" weder bei mir selbst noch in meinem Umfeld zu gelebter Wirklichkeit werden...
Danke für deinen Kommentar V.B. Ich sag den Leuten in einer meiner Predigten, dass sie bitte gehen sollen, wenn sie nicht zufrieden mit und stolz auf ihre Gemeinde sind. Ich glaube sie meinen ich scherze.
Mich würde interessieren, ob es für dich ohne Bindung leichter ist mit Gott zu leben? Fehlen dir die Mitgläubigen, oder hast du schon eine "bessere" Glaubensgemeinschaft gefunden.
Ich glaube, ich muss mich für meinen Kommentar entschuldigen. Es passiert mir selten, dass ich mit emotionalen Gedanken einfach so undifferenziert herausplatze. Aber hier ist es wohl geschehen..
Nein - ich würde niemandem raten, die Gemeinde zu verlassen. Man verlässt ja auch nicht einfach seine Familie, nur weil man grade mal unzufrieden ist. Ich will auch gar nicht behaupten, dass ich das richtige getan habe. Es war der subjektive Eindruck, nicht anders zu können, weil mein Glaube einfach am Boden war und ich für mich Gemeinde nur noch als soziales Treffen empfand, aber nicht mehr als Begegnung mit Gott, und ich schließlich wirklich an seiner Existenz zweifelte. Und ich möchte ganz sicher niemandem deswegen Vorwürfe machen, da sind sicher mehrere Dinge zusammen gekommen und viel davon liegt auch in mir selbst - und ich bin immer noch dabei das heraus zu finden. Als ich deinen Text las, kamen nur die Emotionen wieder hoch, die ich in dieser Zeit hatte. Die schockierende Entdeckung, dass bei mir alles zu Äußerlichkeiten geworden und innerlich nichts mehr übrig geblieben ist. Und das trotz aktivem Mitarbeiten, intensiver Suche nach einer besseren Beziehung zu Gott, Bibellesen usw. Ich hatte schließlich das Gefühl zu heucheln wenn ich weiter den Gottesdienst besuche. Zu deinen letzten Fragen: Nein - ich finde es dauerhaft nicht leichter, ohne Bindung an die Gemeinde mit Gott zu leben. Aber ich habe nach dem Zusammenbruch meines Glaubensgebäudes wohl diese "Auszeit" gebraucht, um für mich erstmal wieder herauszufinden, ob ich noch an Gott glauben kann. Ich glaube, dass das für mich richtig war. Niemals möchte ich das jemand anderem einfach zur Nachahmung empfehlen. Aber manchmal kann es vielleicht trotz aller Risiken hilfreich sein. Ich habe letztens einen interesanten Artikel gelesen, in dem ich mich wieder finde: http://elf.scm-digital.net/show.sxp/jesusde/9578_mein_freiwillig_gottloses_jahr.pdf?showerrors=0&nonav=1&refreshcache=1&&is_pdf=1& Inzwischen habe ich mich mit allen meinen Zweifeln intensiv auseinander gesetzt (alleine, mit Literatur, im Gespräch mit Adventisten, Nichtadventisten und Atheisten). Und ich kann nicht aufhören, an Gott zu glauben. Allerdings hat sich mein Glaube momentan auf wenige Punkte reduziert und ich habe das Gefühl, wieder von Null anzufangen. Aber dieser kleine Glaube ist für mich wie ein Schatz, und die Angst ihn wieder aus den Augen zu verlieren ist groß. Nur sehr zaghaft gehe ich jetzt wieder auf die Gemeinde zu, aber ich tue es. Nein, ich habe keine "bessere" Glaubensgemeinschaft gefunden. Darum ging es mir auch nie.
Ich bin Sven sehr dankbar, dass er so offen geschrieben hat.
Bin erst vor 8 Jahren Adventistin geworden und mich erschreckt es immer wieder, wenn ich von Geschwistern höre, warum sie sich haben taufen lassen....ja.. der und der hat sich auch taufen lassen Ich liebe meine Gemeinde und möchte niemals ohne sein...aber ich finde auch, dass wir uns über unsere Probleme klar werden und uns ihnen auch stellen müssen...
Hallo Sven,
ich beobachte die "Verkirchlichung" seit ca. 30 Jahren und bin weder schockiert noch entsetzt sondern stelle nur fest, daß die Mehrheit in der Adventgemeinde anscheinend nie wirklich JESUS nachgefolgt ist sondern eher an die fromme Institution "Gemeinde" gebunden wurden - wie in allen anderen Kirchen, Kongregationen und Gemeinschaften auch. Es gab einmal eine Adventbewegung dann wurde die Adventgemeinde gegründet jetzt nennen wir und Freikirche Aber wir sind schon lange nicht mehr FREI weil nur Jesus uns befreien kann und das schließt ein daß unsere Bindung an Jesus weit größer ist als an irgend einen fromme Tradition. "Wer Vater oder Mutter ... _oder_ _die_ _Adventgemeinde_! ... mehr liebt als MICH, der ist meiner nicht wert!" Ich weiß das mag hart klingen, aber Jesus ist da zweifellos konsequent und wird sich mit frommen aber geteilten Herzen _niemals_ zufrieden geben! Entweder ich folge Jesus nach, dann kann ich in jede Gemeinde oder auch keine gehen, oder ich kann das Unterfangen gleich vergesen weil es vergebliche Frömmelei ist aber nichts mit dem zu tun hat was die Bibel unter Glauben und Nachfolge versteht. Viele werden mit der Adventgemeinde unter gehen weil sie noch immer nicht gelernt haben was es bedeutet JESUS nachzufolgen. Schande auf die Pastoren und Lehrer, die das nicht vermittelt haben und stattdessen eine Loyalität zur Advent-Gemeinde gepredigt haben. Hierin unteschiedet sich die Adventgemeinde inzwischen nämlich überhaupt nicht mehr von anderen Kirchen ... Ich für meinen Teil folge Jesus nach! Mit allen Konsequenzen die das für mich hat. Jesus und SEINE Wahrheit ist mir wichtiger als Alles - Familie, Gemeinde, Beruf, Ansehen, Wohlstand, (Schein-) Sicherheit ... Ich warte auf meinen wiederkommenden HERRN, arbeite und lebe direkt für IHN, unmitelbar! Da ist eine Kirche - egal welche - eher im Weg als das sie sinnvoll zu IHM führt und damit hat sich ihre Daseinsberechtigung vor Gott ebenso erledigt wie die des Volkes Israel, das einen Auftrag nicht ausführen! Was Du schreibst zeigt insgesamt nur, daß die Entwicklung auch in den Reihen der STA nicht mehr übersehen werden kann! vergl. http://bibelarbeit.info/gemeinde_pruefen.php maranatha Stephan
Lieber Sven,
was mich viel mehr interessieren würde ist, hat sich seit Deinen Gedanken etwas an dem Zustand "nur körperlich anwesender Adventist" geändert, oder nicht. Und wenn nicht, dann warum und was kann man, was kann ich, was kannst Du dagegen tun? Erkenne ich, wenn es so ist und wie weit geht mein Interesse es zu ändern? Es gibt immer Zeiten in denen man näher bei Gott / der Gemeinde ist und Zeiten, bei denen man weit weg ist, sich weit weg fühlt. Das schlimmste ist, es entweder gar nicht zu erkennen, oder nichts dagegen zu tun. Manchmal schwer und anstrengend, aber ich denke, auch lohnenswert. Hoffe wir sehen uns mal wieder und schick Dir und Deiner Familie liebe Grüße. Shabbat shalom Judith |
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